Waldorfkindergarten Dinkelsbühl

Bildungs- und Erziehungsziele

Sprachkompetenz:

Denken und Sprache sind eng miteinander verbunden. Nur mit der Sprache können wir das Gedachte ausdrücken, unsere Gefühle zum Ausdruck bringen, allen Dingen in der Welt einen Namen geben und miteinander ins Gespräch kommen. Kinder lernen sprechen in einer sprechenden Umgebung. Das sprachliche und seelisch warme Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenen bildet den Nährboden für eine gute und differenzierte Sprechweise.
Im Waldorfkindergarten haben Lieder, Geschichten, Verse, Fingerspiele, Märchen und viel Reime einen sehr großen Stellenwert. So lernen die Kinder spielend die Sprache und beheimaten sich in ihr. Die Sprechweise der Erzieherinnen ist dabei liebevoll, klar, deutlich und bildhaft und vor allem der Altersstufe angemessen. Die Babysprache wird nicht zu finden sein, ebenso wenig wie abstrakte Erklärungen.

Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz:
Wir müssen uns mehr denn je auf unsere Sinne verlassen können, daher benötigen wir eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz. Unsere Kinder brauchen ein waches Bewusstsein für das, was um sie herum und was mit ihnen geschieht. Deshalb benötigen sie in dieser Zeit verlässliche, unverfälschte Eindrücke. Die Kinder sollen deshalb zuerst einmal die reale Welt mit ihren Sinnen entdecken und erforschen können und dabei einfache, wahrnehmbare Zusammenhänge kennen und verstehen lernen. Auf diese Weise, gepaart mit der eigenen Entdeckerfreude, erfahren sie allmählich elementare Naturgesetze. Z.B. harmonisch gestaltete Räume, wohltuende Abstimmung von Farben und Materialien im Umfeld des Kindes sowie naturnahe produzierte Lebensmittel. Körper- und Bewegungskompetenz: Die seelische und geistige Befindlichkeit des Menschen hängt mit seiner
körperlichen Beweglichkeit zusammen, wer sein körperliches Gleichgewicht nicht halten kann, bekommt eher Probleme mit der seelischen Balance. Auch beeinflusst die Fähigkeit sich zu bewegen ganz entscheidend den Spracherwerb. Etwas begreifen und darauf zugehen zu können prägt die Wahrnehmung, weitet den Erfahrungshorizont des Kindes und aktiviert den Sprachentwicklungsprozess. So bereiten sich Kinder, die sich aktiv und vielseitig zu bewegen lernen, auch auf eine immer qualifiziertere Denktätigkeit vor. Es wird besonders darauf geachtet, dass die Kinder sich vielseitig bewegen; regelmäßige Spaziergänge (bei jeder Witterung) spielen und arbeiten im Garten gehören ebenso dazu, wie die Reigen – Finger – Bewegungsspiele, sowie Handarbeiten, Arbeiten an der Werkbank, Spielen einfacher Musikinstrumente u.v.m.

Phantasie- und Kreativitätskompetenz:
Der Widerspruch ist allgegenwärtig: Um uns herum ist immer mehr genormt, vorgefertigt und festgelegt. Wenn vom späteren Erwachsenen zu Recht Ideenreichtum, seelisch-geistige Beweglichkeit und Phantasie bei der Lebensgestaltung und in der Arbeitswelt gefordert wird, so müssen diese Fähigkeiten im Kindergartenalter angelegt werden. Alles Phantasievolle, alles Künstlerische weitet die Seele und das Bewusstsein des Menschen. Im Waldorfkindergarten nimmt die Entwicklung und die Pflege der kindlichen Phantasiekräfte ganz konkrete Gestalt an. Da gibt es besonders viele noch nicht genormte und kaum fertig ausgestaltete Spielsachen, die die schöpferischen Kräfte der Kinder anregen. Erzählte Geschichten animieren die Kinder, das Gehörte in spielende Kreativität umzusetzen und zu verwandeln. Tägliche Spielzeiten geben die erforderliche Zeit, damit die Kinder ausgiebig, mit Konzentration und immer neuer Schaffensfreude tätig werden können. Sozialkompetenz: Soziales Miteinander will gelernt sein. Kinder sind von Geburt an soziale Wesen und wollen sich lernend in menschliche Beziehungsverhältnisse einleben.
Diese Lernprozesse beginnen in der Familie und setzen sich im Kindergarten fort. Doch immer mehr Kinder wachsen zum Beispiel in Ein-Kind-Familien auf, oft nur mit einem Elternteil. Dadurch sind ihre sozialen Übungsfelder begrenzt. Der Kindergarten muss mehr denn je solche Grundlagen für die Kinder schaffen. Es sind Regeln, Verabredungen, gemeinsame Gespräche und Vertrauen erforderlich. Kinder brauchen Gemeinschaften, in denen sie möglichst viele dieser sozialen Lebensregeln lernen und sich an ihnen orientieren können. Ein solcher orientierter Lebensraum der Kindergarten. In ihm lernen die Kinder einen Struktur gegebenen Tages- Wochen- und Jahresrhythmus kennen, erfahren, dass es Regeln gibt bis hin zu klaren Aufgaben für die einzelnen Kinder und die Gruppe. Dabei können sie sich immer wieder am Tun des Erwachsenen nachahmend orientieren. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und den dabei entstehenden eigenen Gestaltungsraum zu nutzen – gleichzeitig üben sie sich in praktischen Tätigkeiten.


Motivations- und Konzentrationskompetenz:
Viele Kinder und Jugendliche leiden heute unter Konzentrationsmangel, Nervosität, Hyperaktivität. Sie sind gehandicapt in ihrer Schaffensfreude und in der Fähigkeit, sich mit bestimmten Aufgaben für eine längere Zeit zu verbinden. Die Waldorfpädagogik richtet ihren Schwerpunkt auf die gesundenden Faktoren. Beispielsweise schaut sie bereits im frühen Kindesalter auf das Lern- und Betätigungsfeld der Kinder und versucht es über Vorbild und Nachahmung anzuregen. Regelmäßige Wiederholungen und rhythmisierende Gestaltungselemente im Kindergarten vom Tageslauf bis hin zum Jahreslauf mit vielen Höhepunkten und Jahresfesten helfen, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu entwickeln, interessante und anregende Betätigungsmöglichkeiten wirken auf die Kinder motivierend. Durch die Rhythmus und Wiederholung entwickeln die Kinder ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, ebenso eine Freude am Erinnern und die Vorfreude auf das Kommende.

Ethisch- moralische Wertekompetenz:
Kinder brauchen zur eigenen Lebensgestaltung seelisch-geistige Orientierungen, Wertvorstellungen und Aufgaben, mit denen sie sich innerliche verbinden können. Kinder brauchen Regeln, Klarheit und Wahrhaftigkeit. Sie wollen Erwachsene erleben, die sich engagieren, die ihnen moralische Orientierung geben – ohne zu moralisieren. Die Waldorfpädagogik nimmt die moralisch-ethische Erziehung ganz bewusst in ihr pädagogisches Konzept auf. Sie geht darauf ein, dass Kinder ein
Koordinatensystem für das Gute, Schöne und Wahre brauchen ebenso wie die Achtung vor den anderen Menschen, der Natur, anderen Kulturen und der Schöpfung. Und sie sollen auch lernen, dass damit persönliches Engagement verbunden ist. Beispielsweise: Orientierung gebende Geschichten, Feste vorbereiten, liebevoller Umgang mit der Natur, Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft, Bräuche anderer Völker kennen lernen u.v.m.



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